0

Buchtipps - Krimis

Frau Helbing ist verwitwet, denkt beim Putzen nach, liest gern Krimis und verpasst selten eine Tatort-Folge. Da ist es kein Wunder, dass sie sich so ihre Gedanken macht, als ihr Nachbar tot aufgefunden wird: Ein Frauenschwarm, der gut und gerne lebte. Doch wer steckt hinter den rätselhaften Durchsuchungen in seiner Wohnung und was wird gesucht? Da die Polizei das Durcheinander nicht ernst nimmt, beginnt Frau Helbin selbst zu ermitteln. Ein ganz unaufgeregter aber sehr unterhaltsamer Krimi, der in Hamburg spielt. Empfohlen von Katja Müller

Anton Pirlo ist Strafverteidiger und Stolz darauf. Denn er kommt aus ganz anderen Verhältnissen und hat sich von seiner kriminellen Clan-Familie losgesagt. Sein erster Fall ist ein spektakulärer Mordprozess in der High Society der Stadt. Marlene von Späth soll ihren Ehemann, einen Bauunternehmer, aus Eifersucht uns Habgier ermordet haben. Doch Pirlo und seine Kanzleipartnerin Sophie Mahler sind von ihrer Unschuld überzeugt. Um diese zu beweisen, brauchen sie die Unterstützung von Pirlos Brüdern, in einer nicht ganz legalen Aktion.

Die achtzigjährige Joyce zieht in die idyllische Seniorenresidenz Coopers Chase in Kent. Ein friedlicher Ort, denkt sie. Dort wohnen bereits Elizabeth, Ron und Ibrahim oder, anders ausgedrückt, eine ehemalige Geheimagentin, ein ehemaliger Gewerkschaftsführer und ein ehemaliger Psychiater, die sich jeden Donnerstag zwecks Gehirnjogging im Puzzlezimmertreffen, um ungelöste Mordfälle zu lösen. Als direkt vor ihrer Haustür ein Mord verübt wird, können sie sich natürlich nicht zurückhalten und greifen der örtlichen Polizeidienststelle unter die Arme.

Berlin, Sommer 1936. Gereon Rath muss einen Todesfall im olympischen Dorf aufklären. Die politischen Machthaber vermuten kommunistische Sabotage hinter dem Mord. Rath ist sich sicher, dass das so nicht stimmt. Also ermittelt er eher zögerlich. Vor allem, weil es in seinem Privatleben nicht rund läuft. Seine Frau hat ihn verlassen und es haben sich amerikanische Touristen bei ihm einquartiert. Doch ein Verdächtiger hat tatsächlich eine kommunistische Vergangenheit. Während dieser brutal von der SS verhört wird, geschieht ein zweiter Mord.

Armand Kampa hat zwar das gefährliche Drogenkartell zerschlagen, aber nicht das ganze Lager konnte sichergestellt werden. Deshalb und natürlich weil er die Justiz manipuliert hat, ist er als Chef der Sûreté du Québec suspendiert worden. Nun ermittelt er unter dem Radar in dem Todesfall einer verschrobenen Frau, die von allen Baronin genannt wurde, steinreich sein soll, aber dennoch als Putzfrau arbeitete....

Im idylllischen Wald liegt der Industrielle Jakob Drittenbass tot zwischen den Fichten. Herzinfarkt oder Mord? Das ist hier die Frage. Reifenabdrücke im Waldboden lassen Letzteres vermuten. Ein Verdacht, der sich erhärtet, als sein Team durch verdächtige Finanzflüsse im Netz dem Täter auf die Spur kommt. Doch dann nimmt das ganze eine Wendung: Kommissar Jennerwein gerät unter Mordverdacht. Ohne die Hilfe seines Teams, sogar gegen Hölleisen, Schmalfuß und Co., muss er in eigener Sache ermitteln. 

Nach einem fatalen Fehler wird die hoffnungsvolle Polizistin Anne Capestan zwangsversetzt. Sie übernimmt in Paris die Leitung der im Pariser Hauptkommissariat aussortierten Faulenzer, Schläger und Alkoholiker. Doch sie denkt gar nicht daran, sich aufs Abstellgleis schieben zu lassen. In ihrem schäbigen Büro in einer heruntergekommenen Altbauwohnung beginnt die vermeintliche Loser-Truppe, alte Fälle aufzuarbeiten, die nach und nach die Abgründe der neuen Führungsetage ans Licht bringen.

Mit Heißhunger habe ich mich auf den fünften Band von Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander gestürzt.  Nach der "Verschwörung", die ich sprachlich und von der Geschichte her sehr gut fand, die aber auch meine volle Konzentration erforderte, war ich überrascht, wie leicht und flüssig sich nun die "Verfolgung" vernaschen ließ.

Ein Buch, das an den Klassiker von Truman Capotes "Kaltblütig" erinnert.  Die Autorin hat sich auch  hier von einer wahren Geschichte inspirieren lassen. Im 19. Jahrhundert in einer amerikanischen Kleinstadt: Der Familienvater und seine Frau liegen tot im Wohnzimmer; gefunden wurden sie von ihrer Tochter Lizzie Borden.  Was ist passiert? Vier Personen erzählen ihre ganz persönliche Geschichte: Da ist zum einen Lizzie, die auf ihre eigene Art ihre Wünsche druchzusetzen weiß.

Mit seinen gesellschaftspolitischen Krimis, die in Deutschland spielen, hat Max Annas sich einen Platz nach oben geschrieben.  Einen anderen Blick auf die Menschen, immer eine interessante Geschichte und Verstrickungen von Schicksalen, die man sich gut vorstellen kann und die aufeinander zulaufen - auf jeden Fall eine spannende Geschichte, gut für den Sommer.